«Treffpunkt Kleiderkarussell»: mehr als ein Secondhand-Laden

Shownotes

Host Evelyne Gutknecht hat ihren Kleiderschrank ausgemistet – und dabei mehrere Säcke voller Kleidung gefüllt, die sie nicht mehr braucht. Mit diesen Säcken im Kofferraum macht sie sich auf den Weg nach Birr im Kanton Aargau, zum Secondhand-Laden «Treffpunkt Kleiderkarussell» – einem Herzensprojekt der evangelisch-reformierten Kirche Birr. Im «Treffpunkt Kleiderkarussell» finden Menschen in finanziellen Schwierigkeiten Kleidung, Haushaltsartikel und Spielzeug – und das zu einem symbolischen Preis. Alles, was hier angeboten wird, stammt aus Spenden. Doch schnell wird klar: Dieser Ort ist weit mehr als nur ein Secondhand-Laden. Evelyne Gutknecht taucht ein in die besondere Atmosphäre, spricht mit Kundinnen und Kunden, freiwilligen Helferinnen und der Initiantin des Projekts. Sie spürt: Hier geht es um mehr – um Integration, um Gemeinschaft, um gelebte Nächstenliebe. Das sozialdiakonische Wirken der Kirche wird hier sichtbar.

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Zu hören in dieser Folge:

Daniela Hausherr: Sozialdiakonin der reformierten Kirche Birr und Initiantin vom «Treffpunkt Kleiderkarussell»

Maria Claudia Cavelti: ehrenamtliche Mitarbeiterin im «Treffpunkt Kleiderkarussell»

Sabrina: Kundin und ehrenamtliche Mitarbeiterin

Verschiedene Besucherinnen und Besucher des Secondhand-Ladens

Autorin und Host: Evelyne Gutknecht

Links:

Transkript anzeigen

00:00:03: Glaubwürdung.

00:00:04: Kirchlich engagiert, gesellschaftlich, relevant.

00:00:10: Ich stehe vor meinem Kleiderschrank und muss zugeben, er ist wirklich ziemlich voll.

00:00:26: Ich nehme mal alles raus, die ich schon lange nicht mehr getragen habe und es geht gar nicht lang.

00:00:31: Und schon leidt eine ganze Beige auf meinem Bett.

00:00:33: Pulis, Hosen, Jäckchen, Bluse.

00:00:36: Ich schaue diese Beige noch eine Stour und muss ganz ehrlich sagen, das brauche ich alles nicht mehr.

00:00:44: Ich habe es schon lange nicht mehr angelegt, weil es mir nicht gefällt oder auch weil es mir nicht geht.

00:00:49: Dann kann es eigentlich gerade so gut weiterziehen.

00:00:52: Ich packe alle die Kleider in den Sack.

00:00:54: Und jetzt?

00:00:55: Woher damit?

00:01:00: Gut, dass ich gerade erst von einem Secondhand-Laden im Kanton Aargau gehört habe, der immer wieder auf Kleider und andere Spenden angewiesen ist.

00:01:09: Das Kleiderkarussell in Bier.

00:01:11: Ein Angebot der reformierten Kielenbier.

00:01:14: Hier können Leute, die in einer finanziellen Nordlage sind, ganz günstig Kleider und andere Sachen posten.

00:01:21: So auch Zabrina.

00:01:22: Ich bin seit zwölf Jahren in der Speise und ich habe keine Arbeit.

00:01:28: Ich nehme nur Notfallhilfe, Geld und ich finde hier immer Spielzeug, Sachen von den Kindern, von mich, immer über die Sache.

00:01:37: Sabrina ist aber nicht nur Kundin, sie arbeitet auch freiwillig im Kleiderkarussell mit.

00:01:43: So wird Maria Claudia Gawelty.

00:01:45: Sie ist seit fast sieben Jahren als Freiwillige im Team vom Kleiderkarussell.

00:01:50: und ist immer wieder neu begeistert von dieser Arbeit.

00:01:54: Die Zufriedenheit oder die Tankbarkeit dieser Leute, das ist ein Bereich, ein wirkliches Herz.

00:02:01: Ich gehe immer wieder zufrieden zu Hause.

00:02:04: Das Kleidenkarussell ist mehr als nur ein Laden, wo man günstige Kleiderspielsachen und Haushaltssachen posten kann.

00:02:11: Es ist ein Treffpunkt und ein Ort, wo Integration passiert.

00:02:15: Das sagt Daniela Hausherr.

00:02:17: Sie ist Sozialdiakonin in der evangelisch reformierten Kirchengemeinde Birr und sie hat das Kleiderkarussell vor fast zehn Jahren initiiert.

00:02:26: Mich freut es einfach, dass es immer wieder so kleine Sachen sind, die mein Herz schon sehr bewegt.

00:02:30: Wenn ein Kind für einen Franken kann, kann ein Schmuckkästchen für die Schwester kaufen, die Geburtstag hat und sich diesen Weg freut.

00:02:38: dann berührt das mich und dann denke ich, ja, das ist auch etwas ganz Wichtiges, dass man das ermöglichen

00:02:44: kann.

00:02:44: Mit zwei Säge Kleider im Kofferraum mache ich mich an einem Manty-Gnammentag auf den Weg nach Bier im Kanton Orgau.

00:02:51: Ich möchte mir selber einen Eindruck machen von diesem Laden, der eben mehr ist als einfach ein Laden.

00:02:56: Ich bin Devlin Gwecknacht.

00:02:58: Kommst du mit?

00:03:04: Ich komme zu Bier an der Wiederstrasse an.

00:03:06: Zum Glück hat mir Daniela Hausherr schon am Telefon gesagt, dass Kleiderkarussell in einem Wohnquartier ist.

00:03:13: So bin ich auch wirklich sicher, dass ich am richtigen Ort bin.

00:03:16: Und dann sehe ich auch schon eine schöne, handbeschriftete Tafel an der Strasse stehen.

00:03:20: Treffpunkt Kleiderkarussell, offen.

00:03:23: Ich packe hier mein Auto, nehme die beiden Kleiderkleider aus dem Kofferraum und laufe ein kleines Wege an einem Block runter.

00:03:29: Es wirkt fast so, wie wenn ich in einem Keller von diesem Wohnblock wieder runterlaufen werde.

00:03:34: Hinter mir gehöre ich Schritt.

00:03:39: Maria Glaudia Gawelt ist eine der zwanzig ehrenamtlichen Mitarbeitenden im Kleidenkarussell.

00:03:45: Sie ist heute als Erste vom Team hier und schließt die schwere graue Eingangstürme auf.

00:03:54: Und dann stehe ich im ersten Raum.

00:03:56: Hier hat ein paar Gestelle mit Geschirr, Pfannen und anderen Sachen, die man in der Küche brauchen kann.

00:04:01: Ich sehe, dass das hinter dem ersten Raum noch ein kleiner Raum hat mit Schuhen.

00:04:06: Links davon geht es in den Hauptraum.

00:04:09: Hier stehe ich schon in der Mitte im Treffpunkt Kleiderkarussell.

00:04:12: Das gibt viel mehr als nur Kleider.

00:04:15: In diesem Hauptraum ist der Empfang die Kasse.

00:04:18: Es hat ein paar Tischchen und Stühle, eine kleine Spielecke für Kinder und ich sehe auch eine Kaffeemaschine.

00:04:25: Ich schaue noch etwas um.

00:04:26: Maria Glaudia Gawelti hat sich meine beiden Kleidersäcke geschnappt und ist mit ihnen im Lager hinten verschwunden.

00:04:33: Dann höre ich wieder Schritt und Daniela Hausherr steht hinter mir und begrüßt mich freundlich.

00:04:39: Sie ist Initiantin vom Treffpunkt Kleider Karussell.

00:04:42: Heute arbeitet sie eigentlich nicht hier, sie ist extra wegen mir gekommen.

00:04:46: Sie hat kurze, braune Haare und dreite Brüllen.

00:04:49: Bevor es Kleider Karussell für Kundinnen und Kunden aufmacht, schaut Daniela mit mir etwas um.

00:04:55: Also Daniela, willst du mir kurz ein bisschen erklären, wo wir hier sind, was es hier alles hat?

00:05:01: Ja, wir haben verschiedene Abteilungen.

00:05:04: Wie du vielleicht schon gesehen hast, Kleider und auch ein bisschen Haushaltssachen.

00:05:08: Kleider haben wir für Kinder, Erwachsene, Frauen und Haushaltssachen, was man so braucht.

00:05:16: Es muss einfach immer alles im Gestell Platz haben.

00:05:19: Und Schuhe, wir haben auch Bettwäsche und Taschen, Rucksäcke.

00:05:24: Das ist eigentlich.

00:05:25: und die Spielsachen haben wir auch für die Kinder.

00:05:27: Also eigentlich eine Brücke, kann man das so sagen?

00:05:31: Ja, abgesehen von der Möbel.

00:05:33: Und Teppich und Bilder und so Sachen, das haben wir nicht.

00:05:37: Aber sonst ganz vieles, was wir im Brücke so auch finden.

00:05:42: Und es ist auch wirklich sehr ordentlich, also Kompliment.

00:05:44: Man sieht genau, was ist, wo, wenn ich mich interessiere für Jacke, weiss ich, an dort hat es einen Ständer, für Frauenjacke, Spielsachen.

00:05:51: Es ist wirklich alles wunderbar sortiert, ist dir selbst besonders wichtig?

00:05:56: Ja.

00:05:57: Ich bin immer wieder erstaunt, wenn neue Leute kommen.

00:06:00: Wenn sie denken, es ist ein Brocken oder so, dann haben sie manchmal einen gewissen Geschmack in der Nase oder ein gewisses Bild.

00:06:07: Und wenn sie ihn runterkommen und sagen, wie schön es hier ist und wie freundlich und hell und alles, das freut mich sehr.

00:06:13: Weil etwas schön darstellen ist wichtig für die Leute und unsere Kundschaft hat auch sehr Freude.

00:06:21: Das ist dann doppelt schön.

00:06:23: Es ist nicht so viel Abstechen, aber es ist schon gross.

00:06:26: Ich bin überrascht, dass man von aussen kommt.

00:06:28: Man hat das Gefühl, man ist in einem Wohnquartier, ein Wohnblöck.

00:06:32: Dann kommt man hier so ein Ganglidur ab.

00:06:36: Es hat das Gefühl, man geht in einen Keller rein und dann merkt man, wow, das ist eigentlich hier.

00:06:39: Ja, einige Räume.

00:06:40: Wie viele Räume haben ihr da?

00:06:42: Ja, wir haben uns eben stetig.

00:06:45: Vergrößert, muss man so sagen.

00:06:46: Wir waren zuerst in der Hälfte oder weniger als die Hälfte.

00:06:50: Dann wurden gewisse Räume freibordet.

00:06:53: Dann konnten die immer im Glauben und im Vertrauen mieten, dass es dann auch aufgeht.

00:06:59: Und jetzt unterdessen sind es etwa hundert Quadratmeter.

00:07:01: Also wirklich recht gross.

00:07:03: Alles unter Erde quasi.

00:07:05: Ja, UG, obergeschoss könnten wir uns gar nicht leisten.

00:07:10: Auch mit diesen günstigen Preisen, die wir haben.

00:07:12: Das heisst günstige Prise.

00:07:16: Bei uns kostet ein Poolhofer, im Franken, Hosenau.

00:07:20: Ein paar Schuhe für Erwachsene kostet fünf Franken.

00:07:24: Ja, auch fünf Franken.

00:07:26: Wir sind sehr, sehr günstig und eine Familie kann sich wunderbar für wenig Geld bei uns einkleiden.

00:07:32: Daniela Hauser hat es gerade schon gesagt.

00:07:34: Im Kleidenkarussell ist alles ganz günstig.

00:07:38: Das ist auch die Philosophie von dem Second Handel.

00:07:40: Leute, die in einer finanziellen Notlage sind, sollen sich für wenig Geld einticken

00:07:47: können.

00:07:47: Und die Notlage kann ja aus unterschiedlichsten Gründen einfach in den Staaten eine Phase sein oder schon länger sein.

00:07:53: Und das ist unsere Kundschaft, die wir hier ansprechen wollen.

00:07:57: Und die können wir drei Mal in der Woche ... können sie bei uns einkaufen.

00:08:01: Am letzten Samstag, am Morgen, können aber auch Leute kommen, die auch nachhaltig werden, Kleider posten.

00:08:08: Die müssen dann einfach mehr bezahlen.

00:08:10: Es gibt eine kleine Möglichkeit für diese Leute auch.

00:08:14: Die anderen haben eine Bezugskarte und sind berechtigt, Warn zu beziehen.

00:08:20: Die Bezugskarte müssen Sie beim Sozialamt beantragen?

00:08:23: Wie funktioniert das?

00:08:26: Nein, im Moment kommt man nur bei uns.

00:08:28: Aber wir sagen immer, dass es auf Vertrauensbasis ist.

00:08:33: Wir können wegen Datenschutzes nicht das auch nachprüfen.

00:08:37: Aber wir sagen auch, es macht es einfacher, wenn ihr etwas bringt, vom Amt, wo ihr seid oder von der Stelle oder wie auch immer.

00:08:44: Dann müssen wir gar nicht so ein erstes Gespräch führen.

00:08:47: Dann können wir den Karten ausstellen.

00:08:51: Wir haben aber sehr gute Erfahrungen gemacht auf dieser Vertrauensbasis.

00:08:56: Aber wir mussten auch schon Karten wegennehmen, wie man beschissen wollte.

00:08:59: Es gibt es leider auch, das ist einfach

00:09:01: so.

00:09:02: Ich kann schon etwas mit Ihnen nehmen.

00:09:03: Was ist denn die Not von vielen Menschen, die hierherkommen?

00:09:07: Mit was haben sie gekämpft?

00:09:09: Wenn du siehst, finanzielle nicht.

00:09:11: Das heisst meistens mehr als ... Ich habe nicht so ein Vollsportmonee, sondern da steckt eine ganz wilde Hindernis.

00:09:18: Die Situation, in der die Menschen zu uns bewegen, für eine Karte zu kommen, sind sehr unterschiedlich.

00:09:26: Wir haben Senioren, Familien, Alleinerziehende, die einfach immer knapp sind und können keine Rückstellungen machen.

00:09:39: Die merken nach dem Essen Kleider und alles, was man braucht, ist ein nächster grosser Post.

00:09:46: Natürlich habe ich mich in die Krankenkasse, aber nach dem Essen kommt es sehr schnell mit den Kleidern und den Schuhen, die wenn Kinder wachsen, das braucht man immer.

00:09:54: Und dann ist das hier einfach eine grosse Hilfe, wenn man für eine Skijacke von in Frankenz an den Stapfen fügt.

00:10:03: Und das ist wirklich in unseren Leuten auch eine grosse Dankbarkeit in diesem Innern, dass es uns gibt.

00:10:11: Und dass man hier wirklich freiwillig für sich arbeitet.

00:10:14: Das staunen auch die Leute.

00:10:16: Und es gibt dann so richtige Freundschaften

00:10:18: auch.

00:10:19: Von dieser Dankbarkeit und dieser freundschaftlichen Stimmung hier im Treffpunkt Kleider Karussell kann ich mich jetzt dann gerade selber überzeugen.

00:10:27: Sie ist nämlich gerade zwei, das heisst, der Laden geht aus.

00:10:34: Die ersten Kunden kommen innen.

00:10:36: Eine von ihnen ist auch Sabrina.

00:10:38: Sie sagt mir einfach ihren Vornamen.

00:10:40: Ich schätze sie auf mein Alter knapp vor vierzehn.

00:10:43: Sie erzählt mir, dass sie drei Kinder hat und dass sie ursprünglich aus Indonesien kommt.

00:10:47: Seit ein paar Jahren ist sie regelmässig im Kleiderkarussell.

00:10:52: Was bedeutet dir das Kleiderkarussell?

00:10:54: Warum kommst du hierher?

00:10:55: Von einem Koffer, also bietet das von mir sehr helfen.

00:11:01: Ich finde hier sehr billige Sachen von mir und meinen Kindern.

00:11:05: Ich bin seit zwölf Jahren die Speise und ich habe keine Arbeit.

00:11:11: Ich nehme nur Notfallhilfe, Geld und ich finde hier immer Spielzeug, Sachen von den Kindern, von

00:11:18: mir,

00:11:19: immer billige Sachen.

00:11:21: Das helfen wir sehr.

00:11:23: Und jetzt, weißt du, was kaufst du am liebsten hier?

00:11:26: Gibt das Dinge, auf die du immer besonders gerne zugehst?

00:11:31: Ich gehe von vielen Sachen um Sport oder Kleider, um von meinen Kindern ein Wald zu gehen.

00:11:39: Oder wenn die Schulen in mir Liste von den Kindern z.B.

00:11:44: die Rocks sagen, viele Sachen, dann finde ich hier und bin nicht teuer.

00:11:49: Sabrina ist aber nicht nur ein Kundin im Kleidenkarussell.

00:11:53: Seitdem arbeiten sie auch ehrenamtlich mit.

00:11:56: Ich frage sie, warum.

00:11:59: Weil ich habe keine Arbeit und ich möchte freiwillig Arbeit machen, das von mir hilft.

00:12:05: Ich wollte nicht zu Hause, nur einfach zu Hause bleiben.

00:12:08: Ich wollte mit den Leuten Kontakt nehmen.

00:12:11: Und ich wollte auch die freiwillige Arbeit gerne machen und so und kontaktieren die Leute, integrieren mit den Leuten.

00:12:19: Das ist

00:12:20: sehr gut von mir.

00:12:21: Wenn ich so mache, bin ich zufrieden.

00:12:25: Sie schätzen den Kontakt mit dem Team des Kleider Karussell.

00:12:30: Ich finde die Leute hier sehr nett.

00:12:33: Ich habe viel mit den Leuten hier.

00:12:34: Ich kann mehr dort lernen.

00:12:37: Ich kann mit allen Leuten arbeiten zusammen.

00:12:40: Ich finde die Leute sozial sehr nett.

00:12:43: Und das hilft mir sehr.

00:12:44: Hat es dir auch geholfen, besser Deutsch zu lernen?

00:12:48: Am Anfang komme ich hier.

00:12:49: Ich spreche nicht Deutsch viel wie jetzt.

00:12:53: Aber langsam mit Kontakt und integrieren mit Leuten.

00:12:57: Ich kann mehr Deutsch lernen.

00:12:59: Und ich kann nicht Angst wie früher.

00:13:01: Und ich kann nur mal reden.

00:13:03: Nicht die Leute lachen unter mich und nein, ich merke.

00:13:09: Wenn ich falsch rede oder etwas ... Ich sage mir, du sprichst gut in Deutsch, Sabrina.

00:13:14: Er gibt mir immer Kraft und sagt mir, du bist immer besser und gut.

00:13:18: Wir arbeiten immer zusammen und ich finde das sehr gut für mich.

00:13:22: Im Gespräch mit Sabrina wird man bewusst.

00:13:25: Das Kleidenkarussell ist auch ein Ort, wo Integration passiert.

00:13:28: Das bestätigt mir auch die Sozialdiakone in Daniela Hausherr.

00:13:32: Die Leute haben sich gemalt, Flüchtlingsleute, bei mir auch, die gerne mithelfen wollen, die auch Kunden hier im Laden waren.

00:13:39: Sie haben gesagt, ich möchte besser Deutsch lernen.

00:13:43: Da könnte ich Deutsch lernen.

00:13:44: Wir sind sehr multikulturell unterwegs im Team.

00:13:49: Sie haben regelmässig angefangen, bei uns mitzuschaffen.

00:13:52: Das ist eine Bereicherung für alle.

00:13:54: Also auch Leute aus dem Team, die bei der Flüchtlinge keinen Kontakt hatten, kommen in Kontakt, kommen über ein anderes Bild von den ganzen Situationen, was es in diesem Leben von einzelnen Menschen gibt.

00:14:06: Und umgekehrt ist es auch, dass die Frauen bei uns sehr wertgeschätzt fühlen, dass sie mit Schweizer Leuten zusammen arbeiten können.

00:14:15: Das ist wirklich auch eine grosse Bereicherung.

00:14:17: Die Zeit ist einfach ein bisschen knapp, ich würde gerne noch mehr unterstützen manchmal.

00:14:23: Aber es geht nicht so von den Ressourcen.

00:14:26: Aber sie fühlen sich sehr wohl.

00:14:27: Sie kommen auch an die Sitzungen, die wir haben.

00:14:29: Sie machen mit uns einen Ausflug.

00:14:32: Sie sind total integriert in unserem Team.

00:14:35: Sehr wertvoll.

00:14:40: Mittlerweile ist in den verschiedenen Räumen des Kleidenkarussells ein Rechtsgewusel.

00:14:45: Es sind v.a.

00:14:46: Frauen hier, die enden mit Kindern.

00:14:48: Ich beobachte gerade eine Szene, in der Daniela Haus eine Frau mit ihrer Tochter begrüßt.

00:14:53: Man merkt, dass sie sich schon ein wenig kennen.

00:14:55: Du bist jetzt in der Schule.

00:14:59: Und ist gut.

00:15:00: Offenbar war die Frau schon ein paar Mal hier.

00:15:02: Ich finde es schön, mit Daniela zu sprechen, mit ihrer Suche.

00:15:09: Zwei, drei Männer sehe ich auch bei den Männerkleidern.

00:15:11: Sprich sie an, aber sie können kein Deutsch.

00:15:14: Maria Gladiaga-Weltin, die wir am Anfang gehört haben, ist bei den Kassen.

00:15:19: Gerade niemand, der die Zahlen nutzt, um ihr auch noch ein paar Fragen zu stellen.

00:15:24: Ich schätze sie so auf Mitte Sechzehn.

00:15:25: Sie hat kurze, graue Krusse, dreite lachsfarbige Bluse und eine silberige Halskette.

00:15:32: Mir fällt ihr ein Strahlen auf und ich kann mir gerade vorstellen, wie sie sich hier mit Herzblut investiert und mit den Leuten auch ins Gespräch kommt.

00:15:40: Also, Maria, ich glaube, du bist hier im Kleiderkarussell freiwillig um Hilfe.

00:15:44: Das heisst, du gibst deine Zeit und bekommst kein Geld dafür.

00:15:48: Wieso machst du das?

00:15:50: Wir sind der Mann und ich sind etwa von sieben Jahren auf Luffi gezügelt in eine Wohnung, eine Eigentumswohnung.

00:15:56: Und dann war es unsere Idee, dass wir uns wieder engagieren, im Dorf, Und dann haben wir die Todsmalung gefahren.

00:16:05: Sie sprachen mal an und hatten dann gerade Ideen und Tipps.

00:16:09: Und unter anderem eben auch das Kleidenkarussell hier mithelfen.

00:16:14: Und dann habe ich gesagt, das ist jetzt etwas, das mir sehr begeistert ist.

00:16:18: Ich gehe schnoppen, gehe schauen.

00:16:20: Und seitdem bin ich jetzt auch so sicher.

00:16:24: Also schon ein paar Jahre bin ich jetzt hier dabei und begeistert mich jedes Mal von euch.

00:16:28: Was begeistert dich so?

00:16:31: Das Freiwillige finde ich auch ganz wichtig.

00:16:35: Wir machen etwas Gutes, weil hier gute Kleider sind, die wir überkommen.

00:16:41: Und dann können wir die wieder weitergehen zu einem guten Betrag für Leute, die wirklich Nutz haben oder auch nicht ... Sie können einen Kundenharten übernehmen.

00:16:53: Und so können sie dann einfach einkaufen, was sie nötig haben.

00:16:57: Und das ist einfach auch jedes Mal, oder sehr oft, muss ich sagen, die Zufriedenheit oder die Tankbarkeit auch von diesen Leuten.

00:17:05: Also das ist ein Bereich, ein wirkliches Herz.

00:17:09: Es tut einem so, ich gehe immer wieder zufrieden heim.

00:17:12: Ja.

00:17:12: Aber Schau, weisst du, du siehst so ein bisschen Schicksal von Menschen, die schwierig haben, zieht dich dann das nicht auch runter?

00:17:21: Ja, es ist sicher nicht so einfach.

00:17:25: Und doch ... Ich probiere dann auch eine gewisse Distanz, damit ich nicht emotional, nicht zu fest in die einzelnen Geschichten eintauchen.

00:17:34: Manchmal erfahre ich mich auch nicht so aus.

00:17:37: Man sitze mit den Kundschaften her.

00:17:40: Wir büten ihnen ein Kaffee ab, wenn sie wollen, oder auch etwas zu trinken.

00:17:44: Und manchmal steht ein Gespräch.

00:17:46: Aber manchmal wollen sie einfach irgendetwas reden.

00:17:48: Sie wollen gar nicht aus ihrem Schicksal ... nicht gross erzählen.

00:17:53: Sie sind dankbar und können sich hier einkaufen.

00:17:58: Und es steht auch immer wieder viel gelachen.

00:18:00: Also das ist toll.

00:18:02: Was sind so Begegnungen, die dir besonders in Erinnerung geblieben sind in den letzten Jahren, wo du sagst, für das hat sich besonders gelohnt oder das vergisst sie nicht so schnell?

00:18:16: Wenn ich etwas hier rauspicken müsste, ist es gar nicht so einfach.

00:18:23: Man bietet es auch an.

00:18:24: Wenn ich weiss, wer vielleicht noch etwas und ich biete, dann sage ich, hier hätte ich etwas.

00:18:30: Oder für deine Tochter wäre noch etwas.

00:18:33: Und dann danke vielmals.

00:18:35: Einfach so momenten.

00:18:37: Das hilft mir persönlich auch dankbar sein für das, was ich habe.

00:18:44: Man sieht, wie Kleinigkeiten bei anderen so viel bewirken.

00:18:47: Absolut.

00:18:48: Ja.

00:18:49: Nein, und auch hier stehen Gespräche untereinander.

00:18:53: Entweder mit uns Mitarbeitenden oder mit der Kundschaft untereinander.

00:18:58: Und die jenste Nationalitäten.

00:19:00: Das ist auch

00:19:01: noch spannend.

00:19:02: Ich lasse Maria Glaudia weiterarbeiten.

00:19:04: Es gibt gerade Arbeit.

00:19:05: Es kommen gerade ein paar Leute gleichzeitig, die wollen Kleider abgegeben, z.B.

00:19:09: Frau Günthernsberger.

00:19:11: Sie hat gerade mehrere Säcke abgegeben.

00:19:13: Frau Gültenspeger, Sie haben gerade einiges gebracht.

00:19:15: Was haben Sie so gebracht?

00:19:17: Ich bin am Raum eines Hauses.

00:19:21: Dort ist Marc gestorben und die Frau ist komplett mentisch im Pflegeheim.

00:19:27: Und das ist eine Querbete, also keine neue Kleidung hat es dabei gehabt.

00:19:33: Und den Abendkleider und einfach wirklich alles.

00:19:38: Jetzt könnte man sich auch irgendwie eine Brücke bringen, also warum bringen sie es hierhin?

00:19:41: Weil hier mir ein Anliegen ist, dass unsere Leute wenigstens vom Dorf,

00:19:47: die wirklich

00:19:48: nichts oder wenig haben, hier ihre Kleider posten

00:19:53: können.

00:19:53: Sie sehen hier etwas mehr Sinnhaftigkeiten hin.

00:19:56: Richtig, ja, ganz genau.

00:19:58: Sie machen das auf freiwilliger Basis und ich finde, das ist so etwas

00:20:02: Gutes,

00:20:04: dass ich das voll unterstützen.

00:20:06: Ich bringe auch meine Kleider, die ich habe, alles hier oben.

00:20:11: Es kam und ging an den Manty genau mit dem Treffpunkt Kleiderkarussell.

00:20:16: Das ist meistens so, sagt man Daniela Hauser.

00:20:19: Viele Kundinnen und Kunden kommen sehr regelmäßig.

00:20:22: Manchmal ist es auch gar nicht nur um etwas zu kaufen.

00:20:25: Wir sind auch wichtig, dass wir den Leuten Struktur geben.

00:20:29: Es gibt auch Leute, die jede Woche kommen.

00:20:31: Aber ich kaufe hier noch gar nichts.

00:20:34: Sie kommen bei uns auch, wenn wir Zeit haben, Kaffee über.

00:20:36: Man kann etwas hückeln, Schwätzen.

00:20:39: Es gibt den Leuten Struktur, die der Kund arbeitet.

00:20:42: Aber es gibt auch Freibildungen, die gerne diese Struktur haben.

00:20:47: Ich höckele jetzt auch Daniela und ich noch einmal.

00:20:49: Ich habe noch ein paar Fragen an die Initiantin des Kleiderkarussells.

00:20:53: Ich möchte noch mehr über die Motivationen hinterwissen.

00:20:57: Vor fast zehn Jahren gründete sie als Angestellte der reformierten Kille das Kleiderkarussell.

00:21:02: Ich frage mich, was das Ganze eigentlich mit den Kilen zu tun hat.

00:21:06: Meine Frage ist ein bisschen plakativ, aber ich stelle sie gleich.

00:21:09: Darf man hier nur posten, wenn man in die Kille geht?

00:21:13: Nein, natürlich nicht.

00:21:15: Das ist wie in Gottesdienst, kann auch jeder kommen.

00:21:18: Aber jetzt ist es reformiert oder nicht.

00:21:20: Hier ist es auch so, dass jeder kaufen kann, die Konfession oder überhaupt den Hintergrund spielt so nicht eine Rolle.

00:21:28: Und es gibt einfach ... Die Atmosphäre ist einfach auch speziell.

00:21:34: Unseres Team ist auch total gemischt mit vielen näheren und ferneren Leuten.

00:21:41: Aber alle haben das Anliegen, dass man sozial sich in sinnstiftende Arbeiten investiert.

00:21:47: Und das ist alles als Kielen auch ein grosses Anliegen.

00:21:51: Und man kann nicht alles immer im Staat einfach zuschieben.

00:21:54: Ich finde, man muss auch schauen, was man vor Ort für die Leute gut tut.

00:21:58: auch im sozialen Kiel gemeint.

00:22:01: Und das ist jetzt so eine Arbeit,

00:22:04: die

00:22:05: in Risse steht, bis da und oben so nichts hat.

00:22:09: Aber es ist nicht so, dass wir irgendetwas erfüllen müssen, was von den Kielen vorgegeben ist.

00:22:14: Das ist überhaupt nicht so, ist auch nicht unser Ziel.

00:22:17: Aber es gibt immer dann auch mal ein Seelsorgengespräch oder überhaupt eine Weiterführung, wo noch ein Not am anderen Ecken ist.

00:22:24: Und dann komme ich als soziale Akonin schon ins Gespräch.

00:22:28: Was ich dann etwas ergibt, aus einem Gespräch, der vielleicht im Kleidenkarussell angefangen hat, zwischen Kleidergesteller und Kaffeemaschinen.

00:22:36: Und dann kannst du ja wie in dem ganzen weitergehen.

00:22:39: Du hast vorhin den Sinnstiften angesprochen.

00:22:42: Weisst du, was ist es denn, was du findest?

00:22:43: Das ist wirklich ein Sinn dahinter.

00:22:48: Also Sinnstiften finde ich eben, wie ich schon gesehen habe, dass es einfach nachhaltig ist.

00:22:52: Dass auch die Leute, die spenden, sind grosszügig.

00:22:57: wie sie merken, dass es gut gehandhabt wird.

00:23:02: Es klappt, es funktioniert.

00:23:04: Viele Leute wollen ihre Kleide nicht irgendwo in den Container tun.

00:23:09: Und auch vor Ort, es ist auch wichtig, vor Ort in der Schweiz, dass man Leute, die weniger Hände unterstützt und auch ... Gute freiwillige Arbeit finde ich auch etwas ganz Wichtiges.

00:23:24: Viele Leute wollen sich investieren und können vor Ort oder in der Nähe etwas Gutes miteinander machen, auch als Team.

00:23:32: Das ist auch etwas ganz Tolles.

00:23:36: Jetzt haben sie schon gleich zehn Jahre zu feiern.

00:23:39: Hier im Kleidenkarussell.

00:23:41: Wenn du auf diese zehn Jahre zurückguckst, gibt es so besondere Momente oder Begegnungen, die du findest, hey, für das hat es sich gelohnt, diese zehn

00:23:49: Jahre.

00:23:51: Ja, ich staune immer wieder, dass man das schon zehn Jahre macht.

00:23:54: Und mich freut es einfach, dass es immer wieder so kleine Sachen sind, die mein Herz schon sehr bewegt.

00:24:00: Wenn ein Kind für einen Franken ein Schmuckkästchen kaufen kann für die Schwester, die Geburtstag hat und sich diesen Weg freut, dann berührt das mich.

00:24:09: Und dann denke ich, ja, das ist auch etwas ganz Wichtiges, dass man das ermöglichen kann.

00:24:15: Und ... Ich merke einfach, dass es eine erfüllende Arbeit ist, auch für mich.

00:24:21: Und wenn es Vertrauen gibt von den Behörden her und von den Ämtern immer mehr, dass man merkt, man vernetzt sich und man arbeitet gut zusammen, auch über ein Kleiderkarusil hinweg, wenn jemand Hilfe und Unterstützung braucht, dann kann man miteinander unterstützen.

00:24:36: Und das finde ich auch sehr wichtig.

00:24:38: Weil Kille ist ja auch ein Player in dem Ganzen.

00:24:42: Und es ist dann auch ein anderes Gewicht.

00:24:46: Nach dem Gespräch mit der Sozialdiakonie Daniela Hausherr mache ich noch eine letzte Runde durch die verschiedenen Räume des Kleiderkarussells.

00:24:54: Ich staune darüber, was es hier alles gibt und wie ordentlich hier alles ist.

00:24:59: Und auch, wie viele verschiedene Leute hier miteinander ins Gespräch kommen.

00:25:07: Ich verabschiede mich vom Team vom Treffpunkt Kleiderkarussell und gehe zurück zu meinem Auto.

00:25:15: Das mal ohne Säcke von den Kleidern in der Hand.

00:25:18: Die habe ich mit gutem Gewissen hier abgelassen.

00:25:20: Und ich finde, Sie könnten gerade keinem besseren Ort sein.

00:25:24: Ich freue mich, dass meine Bullis, Jäckchen und Hosen vielleicht gleich jemanden tragen kann, der es wirklich brauchen kann und die wenig Geld dafür haben müssen.

00:25:39: Das war die Laubwürdig aus dem Treffpunkt Kleiderkarussell in Bier.

00:25:43: Ein Angebot der reformierten Kille Bier.

00:25:46: Ich bin Devlin Gutknecht.

00:25:48: In zwei Wochen gibt es hier die nächste Folge Laubwürdig.

00:25:51: Ich würde mich freuen, wenn du auch wieder mit dabei bist.

00:25:53: dann mit meinem Kollegen Carl Dietli.

00:25:56: Und ich freue mich auch, wenn du den Podcast auch finanziell unterstützen möchtest.

00:26:01: RF-Media, die er und andere Podcasts produziert, lebt von Spenden.

00:26:05: Jeder Franken hilft uns, dass wir noch mehr solche Podcasts produzieren können.

00:26:10: Spenden geht am einfachsten über den Link in den Shownotes.

00:26:13: Danke vielmals und bis zum nächsten

00:26:16: Mal.

00:26:22: Podcast

00:26:22: von RF Medie Schweiz in Zusammenarbeit mit HFT-DSR auch.

00:26:27: Der Höcheren Fachschul für Theologie, Diakonie

00:26:30: und Soziales.

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